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Beschreibung
Die Galleria Nazionale dell'Umbria befindet sich in den oberen Stockwerken des Palazzo dei Priori, einem gotischen Kommunalpalast aus dem 13. Jahrhundert am Corso Vannucci im Herzen von Perugia. Auf rund 4.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und in 40 Sälen beherbergt sie die bedeutendste Sammlung umbrischer Kunst und zählt zu den wichtigsten Kunstmuseen Mittelitaliens. Der chronologisch geordnete Rundgang führt durch acht Jahrhunderte italienischer Kunst- und Kulturgeschichte, vom 13. bis zum 19. Jahrhundert.
Von Mittelalter bis Renaissance
Den Auftakt bildet ein fünf Meter hohes Kruzifix des Meisters des Heiligen Franziskus aus dem Jahr 1272. Der Rundgang führt weiter über mittelalterliche Meisterwerke von Arnolfo di Cambio, Nicola und Giovanni Pisano und Duccio di Buoninsegna bis zu Gentile da Fabriano und den großen Renaissancekünstlern Fra Angelico, Benozzo Gozzoli und Piero della Francesca, dessen Polyptychon des Heiligen Antonius zu den Glanzstücken der Sammlung gehört. In der historischen Cappella dei Priori sind die eindrucksvollen Fresken von Benedetto Bonfigli erhalten, die Szenen aus dem Leben der Stadtpatrone zeigen und zugleich ein detailliertes Bild Perugias im 15. Jahrhundert zeichnen.
Perugino, Pinturicchio und die umbrische Schule
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der umbrischen Malerschule. Die Galerie besitzt die weltweit umfangreichste und vollständigste Sammlung von Werken Peruginos, des berühmtesten Sohnes der Stadt, der in eigenen monografischen Sälen gewürdigt wird. Ebenso prominent vertreten ist Pinturicchio mit seinem Altarbild von Santa Maria dei Fossi, einem Hauptwerk der reifen Peruginer Schule. Der Rundgang setzt sich mit Werken des 17. bis 19. Jahrhunderts fort, darunter Gemälde von Orazio Gentileschi und Pietro da Cortona. Neben Tafel- und Leinwandgemälden umfasst die Sammlung auch Skulpturen, Textilien, Goldschmiedearbeiten und Keramiken.
Entstehung und Geschichte
Die Wurzeln der Sammlung reichen bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück, als die 1573 gegründete Accademia del Disegno di Perugia begann, Gemälde und Zeichnungen zu Lehrzwecken zusammenzutragen. Im Zuge der Säkularisierung unter Napoleon und später nach der italienischen Einigung wuchs der Bestand erheblich, da Kunstwerke aus aufgelösten Kirchen und Klöstern in staatlichen Besitz übergingen. 1863 wurde eine städtische Gemäldegalerie gegründet, die nach Pietro Vannucci – genannt Perugino – benannt wurde. Zunächst in der Kirche Montemorcino Nuovo untergebracht, zog die Sammlung 1879 in den dritten Stock des Palazzo dei Priori ein. 1918 wurde die Galerie verstaatlicht und erhielt ihren heutigen Namen. Nach einer umfassenden zweijährigen Sanierung eröffnete das Museum 2022 mit einem modernisierten Rundgang neu und erhielt 2015 den Status eines autonomen Staatsmuseums.
Wissenswertes
- Mit €10 für den Tagespass gehört das Ausflugsziel zu den 3 günstigsten in Umbrien.
Anfahrt
Mit dem Flugzeug:
Vom Flughafen Sant’Egidio in Perugia fährt man mit dem Bus bis zur Piazza Italia. Von dort aus gelangt man zu Fuß zur Galleria. Geh von der Piazza Italia aus nach Westen Richtung Corso Pietro Vannucci und biege dann rechts ab. Die Galleria liegt direkt am Corso Pietro Vannucci.
Mit dem Auto:
Wenn du mit dem Auto anreist, solltest du außerhalb der Fußgängerzone parken (in Italien allgemein am besten auf einem bewachten Parkplatz!) und dann zu Fuß die Innenstadt von Perugia erkunden.




