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Beschreibung
Die Burgruine Hilgartsberg erhebt sich auf einem Steilhang über der Donau im Passauer Land, zwischen Hofkirchen und Vilshofen. Dort, wo der Fluss den Dungau verlässt und in das Durchbruchstal am Rand des Bayerischen Waldes eintritt, bietet die mittelalterliche Anlage einen weiten Blick über das Donautal. Die Ruine ist jederzeit frei zugänglich und als Baudenkmal geschützt.
Die Burganlage
Die Burg besitzt einen dreieckigen Grundriss. Von Nordosten gelangt man über einen Graben und durch einen Torbau in den äußeren Zwinger. Drei Toranlagen, starke Ringmauern und die erhaltenen Mauern des Palas lassen die einstige Größe der Anlage erahnen. Im äußeren Zwinger befindet sich die gut erhaltene Burgkapelle St. Georg, deren älteste Bauteile auf die Romanik zurückgehen. Im 16. Jahrhundert wurde sie eingewölbt und mit Deckenmalereien versehen; das Altarbild des Spätrokoko-Altares zeigt die Verkündigung an Maria. Die Kapelle steht für kirchliche Trauungen und Taufen zur Verfügung. Im Burghof wurde eine Freilichtbühne eingerichtet, und ein kleines Museum zeigt archäologische Funde aus der Region – von steinzeitlichen Werkzeugen über bronzezeitliche Waffen bis hin zu keltischen Fibeln und römischen Münzen.
Veranstaltungen und Burgcafé
Seit 1995 erweckt der Burgförderverein die Ruine mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm zu neuem Leben. Zu den Höhepunkten zählen die Hilgartsberger Burgfestspiele mit Freilichttheater im Innenhof der Burg, die Walpurgisnacht mit Perchten und Brauchtumsgruppen sowie die stimmungsvolle Burgweihnacht am dritten Adventswochenende, die mit mehreren tausend Besuchern zu den beliebtesten Weihnachtsmärkten der Region gehört. Auf der Sonnenterrasse des Burgcafés lässt sich bei Kaffee und Kuchen der Blick über das Donautal genießen.
Entstehung und Geschichte
Die Geschichte der Burg Hilgartsberg reicht bis ins frühe 12. Jahrhundert zurück. 1112 wird erstmals ein Ezil de Hilkerirchesberg urkundlich erwähnt. Die Spornburg gehörte damals zur Grafschaft Windberg unter der Lehensherrschaft der Bischöfe von Bamberg. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wechselte die Burg zahlreich den Besitzer: Über die Grafen von Sulzbach gelangte sie an die Staufer, dann an die Grafen von Ortenburg, die sie 1259 an das Herzogtum Bayern verkauften. Ab dem späten 14. Jahrhundert verwalteten herzogliche Pfleger die Anlage, bevor sie über verschiedene Adelsgeschlechter schließlich 1617 an die schwäbischen Fugger fiel.
Vom Schlossbrand zum Dornröschenschlaf
Die Fugger bewohnten das Schloss zwar nie selbst, bauten es aber nach einem Brand im Jahr 1626 erheblich aus. Zu ihrer Zeit umfasste die Anlage zahlreiche Stuben, Kammern, Küchen und Getreideböden. Das Ende kam 1742 im Österreichischen Erbfolgekrieg, als die Burg endgültig zerstört wurde. 1824 trug man den Bergfried ab, und 1847 ging die Ruine an den Bayerischen Staat über. Erst 1995 erwarb der Markt Hofkirchen die Anlage und übertrug dem kurz zuvor gegründeten Burgförderverein die Pflege und Belebung des Baudenkmals. Seitdem wurden die St.-Georgs-Kapelle grundlegend restauriert und die Ruine zu einem kulturellen Treffpunkt ausgebaut.
Anfahrt
Aus Richtung Deggendorf
A3 Deggendorf-Passau, Von Degendorf kommend nimmt man die Abfahrt Hofkirchen/Winzer, dann weiter auf ST2322/ST2125 nach Hofkirchen und von dort auf ST2125 bis nach Hilgartsberg. An der Ortseinfahrt weist ein Schild den Weg hoch zur Ruine.
Aus Richtung Passau
Von Passau kommend nimmt man die Ausfahrt Garham, dann weiter auf der ST2119 bis zur Kreuzung mit der ST2318, dort auf rechts auf die ST 2318 abbiegen und nach einiger Zeit dem Schild Hilgartsberg folgend links abbiegen.
So kommt man über die Hochfläche nach Hilgartsberg.
Bevor es hinunter ins Ort geht, biegt man links zur Ruine ab.




