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Beschreibung

Schloss Glücksburg liegt an der Flensburger Förde im äußersten Norden Schleswig-Holsteins und zählt zu den bedeutendsten Renaissanceschlössern Nordeuropas. Das weiße Wasserschloss thront auf einem künstlich aufgestauten Schlosssee und ist über eine Granitbrücke erreichbar, die ursprünglich als Zugbrücke angelegt war. Erbaut wurde es zwischen 1582 und 1587 im Auftrag von Johann dem Jüngeren, Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg. Als Baumaterial dienten die Steine des ehemaligen Rudeklosters, das zuvor an gleicher Stelle gestanden hatte. Heute gehört das Schloss der Stiftung Schloss Glücksburg und ist als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich.
Architektur und Besichtigung
Schloss Glücksburg ist ein quadratischer Bau mit einer Seitenlänge von 30 Metern, an dessen Ecken sich vier identische achteckige Türme mit einem Durchmesser von je sieben Metern erheben. Der Kernbau besteht aus drei aneinandergesetzten Giebelhäusern – eine Bauweise, die auf französische Architekturvorbilder zurückgeht. Anders als viele andere Wasserschlösser ruht der Bau nicht auf Pfählen, sondern auf einem 2,50 Meter hohen Granitsockel. In den unteren Gewölben befindet sich die Schlosskapelle, die auch die Gruft der älteren Glücksburger Linie beherbergt. Du kannst das Schloss auf eigene Faust mit einem Audioguide oder im Rahmen einer der zahlreichen Themenführungen erkunden – von der klassischen Schlossführung über Nachtführungen bei Kerzenschein bis hin zu speziellen Kinder- und Märchenführungen.
Wiege der europäischen Königshäuser
Das Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg gilt als eine der einflussreichsten Dynastien Europas. Nachkommen des dänischen Königs Christian IX., der in Schloss Glücksburg aufwuchs, finden sich in nahezu allen europäischen Königshäusern – darunter die Königsfamilien von Dänemark, Norwegen, Großbritannien und Griechenland. Diese dynastische Bedeutung macht das Schloss auch über die Region hinaus zu einem geschichtsträchtigen Ort.
Entstehung und Geschichte

An der Stelle des heutigen Schlosses stand ursprünglich das Rudekloster, das 1209 von Zisterziensermönchen gegründet wurde und die Region fast 400 Jahre lang prägte. Nach der Reformation verfiel das Kloster zunehmend. 1582 erwarb Johann der Jüngere, Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg und Sohn des dänischen Königs Christian III., das Gelände. Er ließ die Klostergebäude abtragen und das Baumaterial für den Neubau seines Schlosses verwenden – das Schloss ist damit rund 440 Jahre alt, sein Baumaterial jedoch über 800 Jahre. Unter Baumeister Nikolaus Karies war der Bau bereits 1587 nach nur fünf Jahren abgeschlossen.
Teilung und dynastischer Aufstieg
Nach dem Tod Johanns des Jüngeren 1622 wurde sein Herzogtum unter seinen Söhnen in vier Linien aufgeteilt: Glücksburg, Norburg, Plön und Ærø. Schloss Glücksburg ging an seinen Sohn Philipp, der die Glücksburger Linie begründete. Über die Jahrhunderte entwickelte sich das Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg zu einer der einflussreichsten Dynastien Europas. Nachkommen des dänischen Königs Christian IX., der in Schloss Glücksburg aufwuchs, finden sich heute in nahezu allen europäischen Königshäusern – darunter die Königsfamilien von Dänemark, Norwegen, Großbritannien und Griechenland.
Schloss Glücksburg heute
Seit dem 16. Jahrhundert wurde das Schloss baulich kaum verändert und ist daher in seinem Renaissance-Originalzustand erhalten. Heute gehört es der Stiftung Schloss Glücksburg, die von Friedrich Ferdinand Prinz zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg geleitet wird. Mit rund 55.000 Besuchern pro Jahr ist es eines der meistbesuchten Kulturdenkmäler Schleswig-Holsteins.
Anfahrt
Mit dem Auto
Unmittelbar vor dem Schloss befinden sich einige kostenpflichtige Parkplätze.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
Die Bushaltestelle "Schloss - Glücksburg (Ostsee)" ist mit den Linien 21 und 22 erreichbar. Von dort aus sind es knapp 300 Meter zum Schloss.










