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Beschreibung

Der Freiberger Dom St. Marien ist das bedeutendste mittelalterliche GotteshausSachsens und das Wahrzeichen der Silberstadt Freiberg. Am historischen Untermarkt gelegen, vereint die spätgotische Hallenkirche Kunstwerke aus mehreren Epochen – von der Romanik über die Gotik und Renaissance bis zum Barock. Der Dom ist eine aktive evangelisch-lutherische Kirche und kein Museum, weshalb Besichtigungen während Gottesdiensten oder Hochzeiten nicht möglich sind.
Kunstschätze von europäischem Rang
Berühmt ist vor allem die Goldene Pforte, ein um 1230 geschaffenes spätromanisches Sandsteinportal mit aufwendig gestalteten Figuren und Säulen. Es gilt als eines der bedeutendsten Werke der europäischen Spätromanik. Im Inneren beeindruckt die spätgotische Tulpenkanzel aus dem frühen 16. Jahrhundert, ein Meisterwerk des Bildhauers Hans Witten aus Porphyrtuff mit Skulpturen und Ornamenten, die den Bergbau thematisieren. Daneben steht die figurenreiche Bergmannskanzel von 1638, deren Korb und Treppe jeweils von einer Bergmannsfigur getragen werden. Weitere Höhepunkte sind der romanische Lettner, die spätgotischen Figuren der klugen und törichten Jungfrauen sowie ein Vesperbild aus dem 15. Jahrhundert.
Die Silbermannorgeln
Ein besonderes Erlebnis ist der Klang der großen Silbermannorgel, die zwischen 1711 und 1714 von Gottfried Silbermann erbaut wurde. Mit drei Manualen, 44 Registern und 2.674 Pfeifen ist sie das älteste und größte erhaltene Werk des berühmten sächsischen Orgelbauers. Neben ihr befindet sich eine zweite, kleinere Silbermannorgel im Dom. Wer die Instrumente in Aktion erleben möchte, kann die Abendmusiken besuchen, die von Mai bis Oktober donnerstags stattfinden. Darüber hinaus werden regelmäßig Konzerte und Sonderführungen angeboten.
Die kurfürstliche Grablege
Im Hohen Chor des Doms befindet sich die Begräbnisstätte der albertinischen Wettiner. Zwischen 1541 und 1694 wurden hier neun sächsische Landesfürsten beigesetzt, darunter Kurfürst Moritz von Sachsen. Die prächtige Renaissanceausstattung des Chorraums entstand nach Entwürfen des Künstlers Giovanni Maria Nosseni und beeindruckt mit Epitaphen, Bronzefiguren und 34 Engeln, die in zwölf Metern Höhe originale Musikinstrumente aus dem 16. Jahrhundert halten – ein europaweit einzigartiges Ensemble.
Entstehung und Geschichte
Die Geschichte des Freiberger Doms reicht bis in die Anfänge des sächsischen Silberbergbaus zurück. Um 1180 entstand in dem durch Silberfunde rasch wachsenden Ort Freiberg eine romanische Basilika, die der Jungfrau Maria geweiht wurde. Bereits wenige Jahrzehnte später erhielt die Kirche mit der Goldenen Pforte (um 1230) und einer Triumphkreuzgruppe zwei noch heute erhaltene Kunstwerke von überregionaler Bedeutung. Ein verheerender Stadtbrand zerstörte 1484 große Teile der romanischen Basilika. An ihrer Stelle wurde eine spätgotische Hallenkirche errichtet, die 1501 geweiht wurde und bis heute das Bild des Doms prägt. Die Goldene Pforte wurde beim Neubau als Seitenportal integriert und so für die Nachwelt bewahrt.
Vom Kollegiatstift zur evangelischen Kirche
Bereits 1480 hatte Papst Sixtus IV. die Kirche zum Kollegiatstift erhoben, womit sie den Titel „Dom" erhielt – obwohl sie nie eine Bischofskirche war. Mit der Einführung der Reformation durch Herzog Heinrich den Frommen im Jahr 1537 wurde der Dom evangelisch-lutherisch. In der Folge gestaltete der Künstler Giovanni Maria Nosseni den Chorraum zwischen 1585 und 1594 zur prachtvollen Renaissancegrablege der albertinischen Wettiner um. Im frühen 18. Jahrhundert bereicherte der Orgelbauer Gottfried Silbermann den Dom um seine große Orgel, die als sein bedeutendstes Werk gilt. Weitere Ausstattungsstücke wie die Fürstenlogen nach Entwürfen des Dresdner Zwingerbaumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann kamen hinzu. So präsentiert sich der Freiberger Dom als eindrucksvolles Gesamtkunstwerk aus fast 850 Jahren sächsischer Kunst- und Glaubensgeschichte.
Anfahrt
Mit dem Auto
Direkt vor dem Dom sind einige Parkplätze.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
Die Bushaltestelle "Freiberg, Untermarkt" ist direkt vor dem Dom. Hier fahren die Linien B und C.







