Inhalt
Beschreibung
Schloss Kirchheim liegt am Rand der Kleinstadt Kirchheim unter Teck am Fuß der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg. Das Renaissance-Schloss ist Teil der am besten erhaltenen Landesfestung des ehemaligen Herzogtums Württemberg und wird von den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg betreut. Malerisch von Bäumen und einem Schlossgraben umgeben, verbindet die Anlage wehrhafte Festungsarchitektur des 16. Jahrhunderts mit der intimen Wohnkultur herzoglicher Witwen aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
Schlossmuseum und verborgene Schätze
Im zweiten Obergeschoss des Südflügels, der sogenannten Beletage, sind die herrschaftlichen Wohnräume als Schlossmuseum eingerichtet. Die Zimmer sind den beiden prominentesten Bewohnerinnen gewidmet: Herzogin Franziska von Hohenheim, die das Schloss nach dem Tod Herzog Carl Eugens im Empirestil umgestalten ließ, und Herzogin Henriette von Württemberg, die hier über 40 Jahre als Witwe lebte und sich engagiert für das Gemeinwohl der Stadt einsetzte. Kostbare Möbel, Gemälde und detailreich eingerichtete Räume vermitteln ein lebendiges Bild adeliger Wohnverhältnisse. Unterhalb des Terrassengartens verbirgt sich die 75 Meter lange Kasemattenanlage aus dem 16. Jahrhundert, die bei Sonderführungen besichtigt werden kann. Auch der über 450 Jahre alte Dachstuhl aus Schwarzwälder Nadelholz, ein Meisterwerk der Zimmermannskunst, zählt zu den verborgenen Schätzen des Schlosses.
Terrassengarten und Veranstaltungen
Auf der eingewölbten Kasemattenanlage wurde im 18. Jahrhundert ein Terrassengarten mit Kastanienbäumen und Blumenbeeten angelegt, der bis heute zum Verweilen einlädt. Das Schloss ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich, darunter klassische Schlossführungen, Themenführungen und stimmungsvolle Laternenrundgänge durch die Kasematten. Darüber hinaus finden regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen in den historischen Räumen statt.
Entstehung und Geschichte
Die Geschichte des Kirchheimer Schlosses beginnt 1538, als Herzog Ulrich von Württemberg nach seiner Rückkehr aus dem Exil Kirchheim zu einer von sieben Landesfestungen ausbauen ließ. Das Schloss wurde als Eckbastion in die Stadtbefestigung integriert und mit Wassergräben, Bastionen und Wallanlagen umgeben. Unter Ulrichs Sohn und Nachfolger Herzog Christoph wurde der schlichte Zweckbau mit zwei Fachwerkstockwerken über einem massiven Sockel 1556 fertiggestellt. Ende des 16. Jahrhunderts verlegte Herzog Friedrich I. seine Hofhaltung nach Kirchheim, weil in der Residenzstadt Stuttgart die Pest wütete, und ließ das Schloss durch den Hofbaumeister Heinrich Schickhardt weiter ausbauen.
Herzoginnenresidenz und spätere Nutzung
Ab 1628 diente das Schloss über zwei Jahrhunderte hinweg als Witwensitz der württembergischen Herzoginnen. Sechs Herzogswitwen residierten nacheinander in Kirchheim, und jede ließ die Räume nach ihrem Geschmack umgestalten. Herzogin Magdalena Sibylla stattete Ende des 17. Jahrhunderts die Schlosskapelle aufwendig aus. Herzogin Franziska veranlasste nach 1795 grundlegende Umbauten im Empirestil, ließ neue Portale errichten und die Schlossterrasse anlegen. Herzogin Henriette schließlich lebte von 1811 bis zu ihrem Tod 1857 im Schloss und prägte mit ihrem sozialen Engagement das Bild der Stadt. Nach ihrem Tod folgten wechselnde Nutzungen – als Lazarett, Schule, katholische Kirche und Heimatmuseum. Heute sind die Fürstenzimmer restauriert und als Schlossmuseum zugänglich.
Anfahrt
Mit dem Auto
Unmittelbar vor dem Schloss befinden sich einige wenige Parkplätze
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
Die Bushaltestelle "Kirchheim (T) Rossmarkt" ist mit den Linien 161, 170, 173, 173A, 175, 175A 176, 177, 177A und RT161 erreichbar.















